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Wertsicherungsklausel im Mietvertrag: Muster, Anforderungen & häufige Fehler

Ohne eine wirksame Wertsicherungsklausel gibt es keine rechtliche Grundlage für VPI-Indexierungen. Was viele Vermieter nicht wissen: Eine unklare oder fehlerhafte Klausel kann bedeuten, dass jahrelange Mieterhöhungen von Anfang an unwirksam waren. Dieser Leitfaden zeigt, worauf es ankommt.

Was ist eine Wertsicherungsklausel?

Eine Wertsicherungsklausel ist eine vertragliche Vereinbarung, die den Mietzins an einen bestimmten Preisindex koppelt – in Österreich üblicherweise den Verbraucherpreisindex (VPI) der Statistik Austria. Sie ermöglicht es dem Vermieter, den Mietzins entsprechend der Inflation anzupassen, ohne jedes Mal neu verhandeln zu müssen.

Ohne Wertsicherungsklausel ist eine einseitige Mieterhöhung im MRG-Bereich nicht möglich – außer durch einvernehmliche Vereinbarung mit dem Mieter.

Pflichtbestandteile einer gültigen Wertsicherungsklausel

Eine rechtswirksame Klausel muss folgende Elemente klar und eindeutig benennen:

Musterkausel: So könnte eine gültige Formulierung aussehen

Das folgende Muster dient als Orientierung (kein Rechtsanwaltsersatz):

"Der monatliche Nettomietzins in Höhe von EUR [Betrag] wird wertgesichert. Als Maßstab gilt der Verbraucherpreisindex 2020 der Statistik Austria (VPI 2020, Basisjahr 2020 = 100). Ausgangswert ist der für [Monat/Jahr des Vertragsabschlusses] veröffentlichte Indexwert. Der Mietzins ändert sich in dem Maß, in dem sich dieser Index gegenüber dem Ausgangswert verändert. Die Anpassung erfolgt jährlich zum [Datum]. Gesetzliche Obergrenzen für Mieterhöhungen (insbesondere nach MieWeG 2026, BGBl. I Nr. 91/2023) bleiben unberührt."

Diese Formulierung ist klar, vollständig und berücksichtigt bereits das MieWeG 2026.

Häufige Fehler in bestehenden Klauseln

Was tun bei einer fehlerhaften Klausel?

Wenn die Klausel in Ihrem Mietvertrag fehlerhaft ist, haben Sie grundsätzlich zwei Optionen:

  1. Nachverhandlung mit dem Mieter: Eine neue Vereinbarung über die Wertsicherung kann schriftlich getroffen werden – mit Zustimmung des Mieters.
  2. Rechtliche Prüfung: Ein auf Mietrecht spezialisierter Anwalt kann einschätzen, ob und in welchem Umfang vergangene Erhöhungen anfechtbar sind.

Wichtig: Vergangene Erhöhungen auf Basis einer fehlerhaften Klausel sind nicht automatisch zurückzuzahlen – aber zukünftige Indexierungen stehen auf wackeligen Beinen. Handeln Sie also lieber frühzeitig.

Geltung des MieWeG 2026 für Wertsicherungsklauseln

Das MieWeG 2026 ändert nichts an der grundsätzlichen Gültigkeit von Wertsicherungsklauseln. Es begrenzt lediglich, wie viel davon im jeweiligen Jahr tatsächlich weitergegeben werden darf. Eine gültige Klausel ist also weiterhin die Voraussetzung für jede zulässige Indexierung – nur die Höhe wird gedeckelt.

Die aktuellen VPI-Werte seit 2015 finden Sie auf unserer VPI-Verlaufsseite.

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